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Statement der Jury zur Auswahl der 8. Zirkus ON-Edition

Zirkus ON e.V. präsentiert die drei ausgewählten Projekte für die 8. Edition des Kreationsprogramms:


BAREROOTS (working title) von Nas & Lena

Credit: Ripak
Credit: Ripak

Bareroots is a Juggling Dialogue for 2 performers, 4 hands, 9 white balls, 20 toes and 120 square tiles of cress. Mix it well, let it brew, add a pinch playful inventiveness and serve it on a 2x2 meter stage - in good company.


Das sieht mir verdächtig nach einem Spielplatz aus! der 101concrete Kompagnie

Credit: Jonas Seidler
Credit: Jonas Seidler

Die Kompagnie 101concrete bringt das Mobiliar des öffentlichen Raums in das Theater. Es entsteht eine immersive Installation, in der sich die Performenden und das Publikum bewegen. Das sieht mir verdächtig nach einem Spielplatz aus! untersucht spielerisch die Beziehungen zwischen den Menschen und den urbanen Objekten, die uns umgeben.


still dwelling (working title) von Johanna Gorzellik

Credit: Turlach O Broin
Credit: Turlach O Broin

The handstand solo still dwelling works with the notion of dwelling in an uncomfortable place: a structure out of metal and wood. By exploring how we can build a comfortable space within this fragility, it celebrates the beauty that emerges when one leans into one’s own vulnerability.



Jurystatement


Die Jury äußert sich zu den eingereichten Bewerbungen:


Insgesamt 24 starke Bewerbungen haben die Zirkus On Jury 2026 erreicht. Die Einreichungen spiegelten die künstlerische Bandbreite der zeitgenössischen Zirkusszene in Deutschland wieder: sowohl vom Format (black box, outdoor, installative Performances, alternative Settings etc.) als auch von den Techniken (Objektmanipulation, Aerial, Partner*innen-Akrobatik etc.) war alles vertreten. Positiv hervorzuheben ist außerdem die Genre-Offenheit der Künstler*innen bzw. die spannenden Entwicklungen verheißende Neugierde mit anderen Ausdrucksformen zu experimentieren (Performance, Tanz, Videokunst, Musical, Kabarett, Figuren- und Objekttheater…). Auffallend war auch die ernsthafte Auseinandersetzung vieler Künstler*innen mit gegenwartsbezogenen Themen wie Umweltzerstörung, Leistungsdruck, psychischer Gesundheit, patriarchalen Strukturen und Geschlechtergerechtigkeit, Care Arbeit, Gemeinschaft, Selbstwirksamkeit/Empowerment, Tod, Folter oder medialer Berichterstattung. 


Die meisten Projekte lassen deutlich die fehlende Zirkus-Infrastruktur in Deutschland erkennen. Viele Künstler*innen scheinen dennoch einen Weg zu finden Räume für ihre Kreationen zu öffnen, sei es durch die Einmietung auf eigene Kosten, Nutzung der Infrastruktur anderer Kunstsparten, oder auch dem Aufbau eines internationalen (Residenz-) Netzwerks, mit hohem persönlichem Einsatz und Lust an Forschung und der Kreation. Deutlich sind aber auch die Früchte der Arbeit vergangener Jahre zu erkennen: einzelne Theaterhäuser und Festivals bieten nun schon seit Jahren und dezidiert ihre Unterstützung für den zeitgenössischen Zirkus an.


Die Jury hätte gerne mehr als drei Projekte empfohlen, musste aber auch stark abwägen zwischen etablierten Künstler*innen und Personen, die noch ganz am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Künstlerisch lässt sich ein deutlicher Trend zu einer zeitgenössischen Ästhetik sowie eine kritische und spannende Reflexion über die eingesetzten Zirkus Techniken erkennen. 


Die Jury bedankt sich für alle eingereichten Bewerbungen und wünscht allen Projekten von Herzen alles Gute!


Xenia Bannuscher, Julika Mücke, Stefan Schönfeld, Tobias Stiefel, Arne Mannott“

 

Die diesjährige Fachjury bestand aus:

·       Stefan Schönfeld (ATOLL Festival Karlsruhe, Perspektive Bündnispartner Bühne/Festival)

·       Tobias Stiefel (CircusMühle Kelbra, Perspektive Bündnispartner Residenzort)

·       Xenia Bannuscher (Sinking Sideways, Perspektive Künstlerin/Zirkus ON Alumni)

·       Arne Mannott (Künstler und Kurator, Perspektive Theorie/Wissenschaft/Dramaturgie)

·       Dr. Julika Mücke (Dachverband freie darstellende Künste | Netzwerkbüro Hamburg, Perspektive Zirkus-extern).


Mehr zur Jury findet ihr hier.

 


Über Zirkus ON


Mit Zirkus ON ist 2018, damals als Arbeitsgruppe des Bundesverbands Zeitgenössischer Zirkus (BUZZ), ein modellhaftes Instrument geschaffen worden, um die Schaffensbedingungen in Deutschland zu professionalisieren. Drei ausgewählte Projekte werden jährlich beispielhaft für zwei Jahre begleitet, um neue Kreationen zu verwirklichen. Das Zirkus ON Programm konzentriert sich bewusst auf den Kreationszeitraum von Probenbeginn bis Abschlusspräsentation. Vor allem geht es um das Kennenlernen der Zirkusakteur*innen, die frühzeitige Anbindung an professionellen Strukturen sowie das Teilen von Wissen und Expertisen in diesem Prozess.


Neunzehn Institutionen bringen aktuell ihre Ressourcen und Expertise im Kreationsbündnis zusammen und tragen zur Weiterentwicklung des Programms bei. Diese Institutionen sind:

Berlin Circus Festival, Blue Balloon Festival (Nordhausen), BUZZ (Köln), Chamäleon Berlin, CircusDanceFestival (Köln), CircusMühle Kelbra, Composé Festival (Jena), Festival PERSPECTIVES (Saarbrücken), Flottmann-Hallen (Herne), Katapult (Berlin), Le Palc (Châlons - FR), Lurupina Zirkusfestival Hamburg, Pfefferberg Theater (Berlin), Q Space (Berlin), Ruhrfestspiele (Recklinghausen), Schloss Bröllin, tadaa Magazin (Köln), Tatendrang (Bremen), TOLLHAUS/Atoll Festival (Karlsruhe). 


Seit 2019 wurden bereits einundzwanzig Kreationen vom Bündnis begleitet.


Detaillierte Informationen über das Bündnis, die bisher 21 begleitete Projekte und die nächsten Veranstaltungen finden Sie unter: https://zirkus-on.de 



Das Kreationsprogramm wird im Jahr 2026 erstmal ohne Fördermittel umgesetzt. Die Förderung der professionellen Zirkusgruppen wird durch ehrenamtliche Arbeit, Engagement und unentgeltliche Ressourcen vom Kreationsbündnis Zirkus ON ermöglicht.


Sollten Sie von der Unverzichtbarkeit und Professionalität unserer Angebote dennoch überzeugt sein, freuen wir uns auf Unterstützung!


 
 
 

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