Ausschreibung und Juryentscheidung 21/22

Aktualisiert: 21. Feb.


Der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus startet die 3. Edition seines Förderprogramms Zirkus ON


Der Bundesverband Zeitgenössischer Zirkus e.V. (BUZZ) hat am 24. Februar 2021 mit seinen Partnerinstitutionen eine neue Edition des Förderprogramms Zirkus ON gestartet. Zirkus ON ist ein breit angelegtes Förderprogramm, dass Künstler*innen aus dem zeitgenössischen Zirkus kooperativ und nachhaltig bei der Entwicklung eigener Stücke unterstützt. Aus 25 eingereichten Bewerbungen hat sich die Jury für drei Projekte entschieden, die vom Kreationsbeginn bis zur Premiere begleitet werden. Wir freuen uns, die drei ausgewählten Produktionen kurz vorstellen zu dürfen:

I was told - Kathrin Wagner / Berlin

I was told ist ein Ineinandergreifen von Ringjonglage und Spoken Word bzw. Slam Poetry. Das zentrale Thema ist der Einfluss von Sprache, im wörtlichen und übertragenen Sinne, auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung. Sie spielt, hinterfragt und manipuliert die eigene und die Wahrnehmung Publikums auf die Frau und Künstlerin auf der Bühne. Dieser Idee liegen unter anderem eigene Erfahrungen mit Sexismus inner- und außerhalb der Zirkuswelt zugrunde.

Runners - Hippana Theatre & Maleta Company / Köln

In Runners setzen sich die Jongleure Jonas Schiffauer und Alex Allison gemeinsam mit dem Musiker Moises Más Garcia mit der realen und der gefühlten Geschwindigkeit unserer Zeit auseinander. Sie beschäftigen sich mit der Evolution des menschlichen Ganges, sowie der Fähigkeit zum Wurf in einer zunehmend unbewegten Kultur. Auf zwei Laufbändern, die von einer Dritten Person kontrolliert werden, geht das Trio geht der Frage nach, welche Bedeutung dem Körper als lebenshaltendes Medium zukommt.

René - Sinking Sideways / Münchberg

Die Akrobat*innen Xenia Bannuscher und Dries Vanwalle kreieren in René mit ihren Körpern einen kontinuierlichen Rhythmus. Wie weit lassen sich Wiederholungen in ihren Bewegungsabläufen treiben? In reiner Bewegung werden winzige Unterschiede groß und kleine Veränderungen gewinnen an Bedeutung. Dadurch entstehen die Persönlichkeiten der Performer*innen stets neuem, sich veränderndem Licht.

Die Jurykonferenz fand am 24. Februar 2021 virtuell statt. Die Fachjury bestand aus:

Lilja Kopka & Anna Fentrop, Programm und Produktion - Ruhrfestspielen Recklinghausen; Martha Kaiser – Stellvertretende Festivalleiterin - Festival Perspectives Saarbrücken; Johannes Frisch, Kommunikation und Pressearbeit, ATOLL Festival Karlsruhe, Christian Strüder, Gastspielleitung Darstellende Künste - Flottmann-Hallen Herne, Matthias Romir, Künstler Berlin.


Die Projekte wurden auf Basis eines Kriterienkatalogs ausgewählt, der Innovation, Qualität, Originalität und Einzigartigkeit in den Vordergrund stellt.


Johannes Frisch zur Juryentscheidung:

„Der Jury ist es in diesem Jahr nicht leicht gefallen, sich bei der Auswahl der Stipendiat*innen auf drei Projekte zu begrenzen. Es ist deutlich erkennbar, dass sich in Deutschland eine zunehmende Fülle ambitionierter und qualitativ vielversprechender Projekte anbahnt. Wir haben uns daher bei der Entscheidung vor allem auf jüngere Künstler*innen konzentriert, die sich mit ihren Vorhaben in einem fortgeschrittenen konzeptionellen Stadium befinden. Die drei Produktionen folgen – jede auf ihre Weise – einem außergewöhnlichen, originellen und sehr persönlichen Weg. Wir freuen uns riesig darauf, sie in ihrem weiteren Prozess begleiten zu können und hoffen, dass sie von Zirkus ON optimal gewinnbringend profitieren können. Wir wünschen aber auch allen nicht berücksichtigten Projekten, dass sie sich – trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen in dieser Zeit – mit Spaß bei der Sache erfolgreich zur Bühnenreife entwickeln können. Wir jedenfalls hatten bei der intensiven Durchsicht der höchst unterschiedlichen Anträge viel Freude und prophezeien dem zeitgenössischen Zirkus in Deutschland eine bunte Zukunft voller Strahlkraft.“




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